Sportwelt in Neuss versinkt in Unsicherheit

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Sportwelt in Neuss versinkt in Unsicherheit

Sportwelt in Neuss versinkt in Unsicherheit

Die Ersten lachten noch, als sie davon am Vormittag des 15.07.16 in der Zeitung lasen. Frühmorgens an diesem Tag, der ein ganz furchtbarer werden sollte, war die Sportwelt noch in Ordnung. Aber wer genau hinsah, konnte schon erkennen, dass sich manche Menschen verdächtig oft umschauten, Augenkontakt vermieden und schnell wieder in Hauseingängen verschwanden. Mittags eilten sie schon rudelweise wie ziellos durch die Innenstadt von Neuss. Ja, es waren Sportler, Aktive und Funktionäre, zum Teil sogar die, die mit einem Sportler befreundet waren, die gesamte Sportwelt eben.

Wie ein zäher, fließender Dunst breitet sich eine tiefe Verunsicherung wellenförmig aus, Meter um Meter.

Verzweifelte sprachen sogar fremde Passanten an: „Wie werden die Schwimmzeiten sein? Was wird man zu den Wasserkapazitäten sagen?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, huschten sie gehetzt weiter. Andere flüsterten unentwegt vor sich hin: „Noch nichts zum Schießsport! Noch nichts zum Schießsport!“

Einige saßen auf den Straßenbahnschienen, andere legten sich auf die Straße, blickten nach unten oder starrten bewegungslos in den Himmel. Das magische Wort IKPS hatte sie in ihren Bann gezogen, sie verzaubert. Straßenbahn– und Busverkehr kamen in Neuss zum Erliegen, Fahrgäste und Passanten redeten in Gruppen laut aufeinander ein. Ein Redner auf seiner Holzkiste vor dem Kaufhof brüllte: „Warum mussten wir davon erfahren: IKPS, IKPS! Warum habt ihr nicht weiter im Geheimen getagt und uns erst am Schluss den Ratsentscheid präsentiert? Ein unscheinbarer Text in der Tageszeitung, kein Märchenprinz hat uns wach geküsst.“ Nicken ringsum, Enttäuschung, lautes Klagen.

Verstohlen blickten einige zu den Suppenküchen, die vor den Augen aller die Mahlzeiten ausschenkten. In der Sommerpause! „Geht nicht zu denen, die schenken doch politische Suppen aus!“, raunte es. Manch Hungriger ließ die Warnung nicht gelten und griff zu.

Langsam und unaufhaltsam waberte der unsichtbare, undefinierbare Schleier durch die Vororte, in die umliegenden Dörfer. Überall traten Fußballspieler ihre Bälle weg, Ringer bauten Häuser mit ihren Matten, Jugendliche spielten Basketball mit Tischtenniskugeln – eine verkehrte Welt wuchs und wuchs.

Wie soll das bloß enden?

Dann wanderten Priester in grünen und schwarzen Umhängen durch die Straßen, Gassen und Wege von Neuss. Sie warfen wütend Suppenküchen um, nahmen die Verunsicherten in den Arm, sprachen tröstlich auf sie ein.

Als die Schatten länger wurden, die Dunkelheit sich auf Neuss legte, hörte man die Priester immer noch rufen: „Unrichtige Angaben“ und „Sommerpause“. Doch mittlerweile klangen auch ihre Stimmen dünn und schrill, sie schienen von dem Zweifel angenagt, angesteckt.

Was soll aus Neuss werden?

So legte sich denn die Nacht endgültig auf die gesamte Gegend um Erft und Rhein.

Es blieb nur noch die Hoffnung, dass am nächsten Mogen dieser schlimme Spuk verschwunden sein möge.

Und alles hat mit einem kleinen Text in der Tageszeitung begonnen.

Das mutige Einschreiten der schwarzen Priester hat die gemeine Taktik der Suppenküchenbetreiber öffentlich zum Thema gemacht und für die nächsten Generationen in das Gedächtnis der Neusser Bevölkerung eingebrannt.

Danke!

O.K. Kahlbau

 

Autor: Herr O.K. Kahlbau

Firma: ------

Datum: 23.07.2016